Zustimmung zur Demokratie nimmt in Berlin ab

Zustimmung zur Demokratie nimmt in Berlin ab
Der Berlin-Monitor misst seit 2019 unter anderem politische Einstellungen und Vorurteile. Die Zustimmung zur Demokratie nimmt aktuell auf 86 Prozent ab. Auch antisemitische und antiziganistische Einstellungen wurden untersucht.

Berlin (epd). Die Zustimmung zur Demokratie ist unter Berlinerinnen und Berlinern auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Untersuchungen des Berlin-Monitors im Jahre 2019 gefallen. Nur noch 86 Prozent (2023: 90 Prozent) der Befragten bewerteten die Demokratie als bestes System, sagten die Studienautoren Gert Pickel und Oliver Decker am Montag in der Hauptstadt. Zudem würden 40 Prozent als fragile Demokraten eingestuft, zwölf Prozent seien Autokraten. Im Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt der Leipziger Autoritarismus-Studie 2024 seien in Berlin doppelt so viele Menschen autokratisch eingestellt.

Fokus des Berlin-Monitors waren zudem antisemitische und antiziganistische Einstellungen. Fast die Hälfte (47,7 Prozent) der Befragten stimmte der Aussage zu, dass sich lieber mit gegenwärtigen Problemen befasst werden sollte als mit dem Holocaust. Eine Zunahme antisemitischer Aussagen wird seit dem Jahr 2023 festgestellt, als Israel von der islamistischen Hamas überfallen wurde und in der Folge einen Krieg im Gaza-Streifen führte. Antisemitismus sei weiterhin am meisten unter Anhängern der extremen Rechten verbreitet.

Antiziganismus verbreitet

Zudem hegten zwischen 25 und 30 Prozent abwertende Einstellungen gegenüber Sinti und Roma. Etwa 42 Prozent der Befragten befanden, dass die ethnische Minderheit selbst an ihrer Diskriminierung mitschuldig sei.

Die Studienreihe befragt zu politischen Einstellungen, Möglichkeiten der Partizipation, Vorurteilen, aber auch Diskriminierungserfahrungen. Bei der diesjährigen Ausgabe handelt es sich um die vierte repräsentative Erhebung.