Köln (epd). Unicef fordert von der iranischen Regierung die Freilassung aller während der jüngsten Unruhen im Land festgenommenen Kinder. Die negativen Auswirkungen von Haft und Inhaftierung auf Kinder seien gut dokumentiert, erklärte der Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, Edouard Beigbeder, am Freitag in Köln. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen verwies auf Berichte, laut denen bei den Protesten gegen das Regime in Teheran auch zahlreiche Minderjährige festgenommen wurden. Die Zahl der inhaftierten Kinder und die Bedingungen der Haft können laut Unicef jedoch derzeit nicht überprüft werden.
Kinder und Jugendliche seien aber keine „kleinen Erwachsenen“, sondern benötigten besonderen Schutz und Fürsorge, unterstrich Beigbeder. Der Unicef-Regionaldirektor rief dazu auf, die Inhaftierung von Kindern in jeglicher Form zu beenden. „Die Islamische Republik Iran ist Vertragspartei der Konvention über die Rechte des Kindes und verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten, zu schützen und zu gewährleisten“, betonte er.
Repression durch das Mullahregime
Vor dem Hintergrund der hohen Inflation und der schlechten Wirtschaftslage war es im Dezember und Januar zu landesweiten Protesten im Iran gekommen. Das Mullahregime ließ die Proteste mit Gewalt niederschlagen. Menschenrechtsorganisationen gehen davon, dass mehrere Tausend Menschen starben. Im Rahmen der repressiven Maßnahmen wurde auch das Internet für mehrere Tage abgeschaltet.


