Rotes Kreuz: "Schlimmste Situation" seit Kriegsbeginn in der Ukraine

Rotes Kreuz: "Schlimmste Situation" seit Kriegsbeginn in der Ukraine
Der Krieg in der Ukraine hält seit fast vier Jahren an. Mitten im harten Winter hilft das Deutsche Rote Kreuz zusammen mit der ukrainischen Schwesternorganisation durch Überlebenshilfe, Pflege und medizinische Versorgung.

Berlin (epd). Durch den extremen Winter benötigen laut Deutschem Roten Kreuz (DRK) fast 13 Millionen Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe. Seit dem Beginn des Krieges vor fast vier Jahren sei dies die „schlimmste Situation“, sagte der Leiter der Internationalen Zusammenarbeit des DRK, Christof Johnen, am Donnerstag in Berlin. Durch die zerstörte Energieinfrastruktur sei es in vielen Wohnungen nur fünf bis sieben Grad warm.

Das DRK arbeite mit dem Ukrainischen Roten Kreuz (URK) zusammen und unterstütze mit Generatoren, Spenden und Arbeitskraft. Die Kooperation bestehe schon seit vielen Jahren. Das URK habe mehr als 2.000 Mitarbeitende und über 8.000 Freiwillige. 20 Mitarbeiter vom DRK seien vor Ort, unter anderem in Kiew, Odessa und Saporischschja.

Unterschiedliche Hilfe benötigt

Unterstützung biete das DRK mit dem URK auf unterschiedlichen Wegen. Der Bedarf sei sehr verschieden, „entsprechend muss humanitäre Hilfe angepasst sein“, hielt Johnen fest. Neben direkter Überlebenshilfe für Menschen in der Nähe der Frontlinie oder nach militärischen Angriffen, werde mit dem URK zusammen ein Pflegedienst betrieben. Im vergangenen Jahr seien 175.000 Hausbesuche durchgeführt worden. Zusätzlich werden mobile Gesundheitsstationen betrieben und psychische Unterstützung angeboten.

Zermürbung und Zusammenhalt

Die ukrainischen Kolleginnen und Kollegen seien beeindruckend, berichtete die Delegierte des DRK, Lisa Taschler, die bis vor wenigen Tagen in Kiew war. Sie seien selbst betroffen, „und trotzdem sind sie Tag und Nacht im Einsatz“. In der Bevölkerung präge neben einer Zermürbung starker Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung den Alltag.