Dakar (epd). Nach Protesten in Senegals Hauptstadt Dakar drohen drei Studierenden lange Haftstrafen. Wie der französische Sender RFI am Montagabend berichtete, wird ihnen vorgeworfen, die Proteste an der Universität Cheikh-Anta-Diop (UCAD) organisiert zu haben. Demnach prüft die Staatsanwaltschaft, ob sie wegen Störung der öffentlichen Ordnung, Teilnahme an einer nicht angemeldeten Demonstration, Zerstörung von öffentlichem Eigentum, Vandalismus und Gewalt sowie Gefährdung der Staatssicherheit angeklagt werden. Letzteres kann mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden.
Die drei Studierenden, die der Studierendenvereinigung der UCAD angehören, sitzen laut RFI bis zu einer Entscheidung über die Anklage in Untersuchungshaft. Diese wird spätestens am Mittwoch erwartet.
Proteste seit November
Seit November kommt es an den Universitäten des westafrikanischen Landes immer wieder zu Protesten. Auslöser sind ausbleibende Zahlungen der staatlichen Stipendien, auf die viele Studierende angewiesen sind. Doch auch der häufige Unterrichtsausfall und die schlechten Lebensbedingungen in den Studentenwohnheimen sind Grund für die Frustration. Am Montag vergangener Woche waren die Proteste an der UCAD eskaliert, nachdem Sicherheitskräfte das Campusgelände gestürmt und auf die fliehenden Studierenden eingeprügelt hatten. Dabei starb ein Student. Ein Autopsiebericht, der lokalen Medien zugespielt wurde, nennt schwere innere Verletzungen als Todesursache, die durch Gewalteinwirkung entstanden sind. Der Tod des Studenten hatte das Land erschüttert.
Zuletzt waren zwei weitere Mitglieder der Studentenvereinigung festgenommen worden. Als Zeichen des Protests haben die Studierenden angekündigt, sämtliche Lehrveranstaltungen an allen Universitäten des Landes bis Donnerstag zu boykottieren.


