Kiel (epd). Nach der Ankündigung der US-Regierung zur Aufweichung des Klimaschutzes befürchtet der Klimaforscher Mojib Latif, dass der Klimaschutz auch in anderen Ländern auf der politischen Agenda an Bedeutung verliert. „Die ersten Anfänge sehen wir auch schon in Europa und bei uns in Deutschland“, sagte der Wissenschaftler vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel am Freitag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). „So wird die Welt die Pariser Klimaziele krachend verfehlen. Wir steuern auf eine globale Erwärmung von etwa drei Grad zu“, erklärte der Wissenschaftler.
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag angekündigt, dass seine Regierung Treibhausgasemissionen künftig nicht mehr als gesundheitsschädlich einstuft. Auf der Einschätzung der Gesundheitsschädigung basieren zahlreiche Klimavorschriften. Trump erklärte, US-Amerikaner hätten „Kraftstoff für die nächsten 500 bis 1.000 Jahre unter ihren Füßen“. Er spielte damit auf Öl-, Gas- und Kohlevorkommen an.
Weiterer Schritt zur Verhinderung von Klimaschutzmaßnahmen
Für Latif kommt die Ankündigung nicht überraschend: „Es kommt nicht unerwartet, dass US-Präsident Donald Trump nun dem Klimaschutz in den USA endgültig den Stecker zieht.“ Es handle sich um einen weiteren Schritt, um Klimaschutzmaßnahmen zu verhindern. Kohlendioxid und andere Treibhausgase gelten in der Wissenschaft nachweislich als Verursacher der Erderwärmung.
Latif verwies darauf, dass Trump vor Kurzem bereits angekündigt habe, aus der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) der Vereinten Nationen auszutreten und damit aus allen internationalen Gremien, die mit Klimaschutz zu tun haben, wie zum Beispiel der Weltklimarat.
Der neue Chef der US-Umweltschutzbehörde (EPA), Lee Zeldin, sei ein Klimawandelleugner, sagte Latif weiter. Der neue Energieminister komme aus der fossilen Industrie. Entsprechend würden Erneuerbare-Energien-Projekte gestoppt und die Förderung von fossilen Brennstoffen unterstützt.


