Bündnis Kindersoldaten fordert besseren Schutz

Bündnis Kindersoldaten fordert besseren Schutz
Zum "Red Hand Day" fordert das Bündnis Kindersoldaten eine bessere Unterstützung von nach Deutschland geflohenen Kindersoldaten und mehr Geld für humanitäre Hilfe.

Berlin (epd). Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten hat von der Bundesregierung einen besseren Schutz von aus Kriegsgebieten geflohenen Kindern und deren Familien gefordert. Selbst ehemalige Kindersoldatinnen und -soldaten, die schwerst traumatisiert sind, seien von Abschiebung bedroht, sagte einer der Sprecher des Bündnisses, Ralf Willinger, am Mittwoch in Berlin. In mehr als 20 Ländern weltweit würden Kinder und Jugendliche in Kriegen und bewaffneten Konflikten getötet, sexuell missbraucht und als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert.

Die meisten von den Vereinten Nationen dokumentierten Rekrutierungen fanden demnach in der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Somalia statt. Viele Kinder und deren Familien würden in Nachbarländer fliehen, einige auch bis nach Deutschland.

Die für Kinder tödlichsten Kriegsgebiete sind demnach Israel und die besetzten palästinensischen Gebiete, der Sudan, Myanmar und Burkina Faso. Wegen sinkender Mittel fehle humanitäre Hilfe jedoch an vielen Orten oder sei bei Weitem nicht ausreichend, hieß es.

Humanitäre Hilfe um 1,7 Milliarden gekürzt

Bündnissprecher Frank Mischo appellierte an die Bundesregierung, die Mittel für humanitäre Hilfe wieder zu erhöhen. Diese seien trotz steigenden Bedarfs erheblich gekürzt worden.

Am 12. Februar 2002 trat ein Zusatzprotokoll der Kinderrechtskonvention zu Kindern in bewaffneten Konflikten in Kraft. Es verbietet den Einsatz von unter 18-Jährigen in bewaffneten Konflikten. Wegen des Symbols einer roten Hand wird der 12. Februar als „Red Hand Day“ bezeichnet.