Brüssel, Straßburg (epd). Die EU-Kommission hat am Dienstag einen Aktionsplan gegen Cybermobbing vorgestellt, um Kinder und Jugendliche besser vor Gefahren im Netz zu schützen. Kernstück ist eine EU-weite App, über die Betroffene Cybermobbing melden, Hilfe erhalten und Beweise sicher speichern können. Die Kommission entwickelt die App, welche die Mitgliedstaaten anschließend anpassen, übersetzen und an ihre nationalen Unterstützungsangebote anschließen können.
Die zuständige EU-Kommissarin Henna Virkkunen sprach bei der Präsentation von der „Mission sicheres Internet“. Verletzende Kommentare, Gerüchte und erniedrigende Posts beträfen jedes vierte Kind im Alter von 12 bis 17 Jahren, wie EU-Daten zeigten. „Dahinter steckt jedes Mal das Leben eines jungen Menschen - deshalb legen wir diesen Aktionsplan vor“, sagte Virkkunen.
EU-weite Datenerfassung und Prävention
Der Plan fordert einheitliche nationale Strategien gegen Cybermobbing sowie eine gemeinsame Datenerfassung, um das Phänomen besser vergleichen und bekämpfen zu können. Bestehende EU-Regelwerke - darunter der Digital Services Act und das KI-Gesetz - sollen gezielt nachgeschärft werden, um schädliche Inhalte, Deepfakes und illegales Verhalten gegenüber Minderjährigen wirksamer einzudämmen.
Ein Schwerpunkt liegt auf Prävention: Die Kommission will Leitlinien für digitale Bildung überarbeiten und Schulen mit zusätzlichen Trainings- und Informationsangeboten unterstützen.
Der Aktionsplan soll gemeinsam mit Mitgliedstaaten, Zivilgesellschaft, Industrie und Kindern umgesetzt werden. Hintergrund sind wachsende Sorgen über die Auswirkungen sozialer Medien: Laut Eurobarometer halten mehr als 90 Prozent der Europäer stärkere Schutzmaßnahmen für dringend notwendig.


