Rund 500 Menschen protestieren gegen katholisches Abtreibungsverbot

Rund 500 Menschen protestieren gegen katholisches Abtreibungsverbot
Das Landesarbeitsgericht in Hamm verhandelt über die Zulässigkeit von Schwangerschaftsabbrüchen am "Christlichen Krankenhaus" in Lippstadt. Vor der Verhandlung gab es eine Demonstration.

Hamm (epd). Rund 500 Menschen haben am Donnerstag vor dem Landesarbeitsgericht in Hamm gegen das Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen in katholischen Einrichtungen protestiert. Der Gynäkologe und Chefarzt am „Christlichen Krankenhaus“ in Lippstadt, Joachim Volz, erklärte bei der Demonstration, jahrhundertealte Dogmen dürften nicht über das heutige Leben bestimmen. Durch die Fusion von Krankenhäusern in kirchlicher Trägerschaft werde die Betreuung und ärztliche Versorgung nicht mehr gewährleistet.

Vom Landesarbeitsgericht erhoffe er sich eine Klärung, sagte Volz. Die Dienstanweisung des Lippstädter Krankenhauses zum Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen müsse zurückgenommen werden. Ausgenommen von der Weisung sind Notfälle, in denen Lebensgefahr für die Schwangere droht. Am Mittag sollte am Landesarbeitsgericht über die Berufung des Chefarztes am „Klinikum Lippstadt - Christliches Krankenhaus“ verhandelt werden.

Berufung gegen Entscheidung in erster Instanz

Die Klage von Volz richtet sich gegen zwei Weisungen, die ihm medizinisch induzierte Schwangerschaftsabbrüche sowohl in der Klinik als auch in seiner Privatpraxis untersagen. Das Arbeitsgericht Hamm hatte am 8. August die Klage gegen seinen Arbeitgeber abgewiesen. Dagegen hatte Volz Berufung eingelegt. (AZ: 2CA 182/24)

Hintergrund der Weisungen ist die Fusion des evangelischen Krankenhauses in Lippstadt mit dem katholischen Dreifaltigkeits-Hospital und dem Marien-Hospital in Erwitte. Seit März firmieren die Kliniken gemeinsam als Klinikum Lippstadt - Christliches Krankenhaus". Der Gesellschaftsvertrag untersagt laut Erzbistum Paderborn Schwangerschaftsabbrüche, außer im Notfall, und assistierten Suizid.