NSU-Dokumentationszentrum in Chemnitz will offenen Diskurs

NSU-Dokumentationszentrum in Chemnitz will offenen Diskurs

Chemnitz (epd). Das NSU-Dokumentationszentrum in Chemnitz will künftig ein „offener Diskursort für Stadt und Region“ sein. „Unser Anspruch ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen“, erklärte eine der beiden Geschäftsführerinnen, Esther Gerstenberg, am Mittwoch in Chemnitz.

Das im Mai vergangenen Jahres eröffnete Dokumentationszentrum solle „ein Ort der Begegnung für die Stadtbevölkerung“ werden, „an dem Menschen zusammenkommen, diskutieren und sich austauschen können“. So gebe es neben regelmäßigen Führungen durch die Ausstellung „Offener Prozess“ weitere Veranstaltungen. Am Samstag steht eine öffentliche Lesung von Texten auf dem Programm, die aus Gesprächen mit Seniorinnen und Senioren aus Chemnitz über Erinnerung, Verlust und gesellschaftlichen Wandel entstanden.

Erinnerung an Terroropfer

Das „Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex in Sachsen“ wurde im Gedenken an die Opfer des NSU-Terrortrios eröffnet. Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) ermordete zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Bis zur sogenannten Selbstenttarnung 2011 lebte die Terrorzelle in Chemnitz und Zwickau unbehelligt im Untergrund.