Brüssel (epd). Nach dem tödlichen Bootsunglück in der Ägäis hat der griechische Europaabgeordnete Kostas Arvanitis (Syriza) eine unabhängige Untersuchung gefordert. „Das Seerecht verpflichtet zur Rettung - nicht zur Verfolgung oder zu Pushbacks. Griechenland muss aufhören, ein Land der Tragödien zu sein“, sagte Arvanitis am Mittwoch in Brüssel.
Am Dienstag war ein Boot der griechischen Küstenwache vor der Insel Chios mit einem Boot Geflüchteter kollidiert. Mindestens 15 Menschen starben nach Behördenangaben, mehrere weitere wurden verletzt. Der Vorfall stehe exemplarisch für die Folgen des harten Migrationskurses von EU und Mitgliedstaaten, kritisierte Arvanitis.
Unglück „kein Einzelfall“
Auch die spanische Europaabgeordnete Estrella Galán (Sumar) erklärte, das Unglück sei „kein Einzelfall“. Nach Angaben der italienischen NGO „Mediterranea Saving Humans“ könnten im Januar bis zu 1.000 Menschen im zentralen Mittelmeer während extremer Wetterbedingungen durch den Zyklon „Harry“ ums Leben gekommen sein. „Diese Tragödien sind das Ergebnis fehlender Such- und Rettungsmechanismen und sicherer legaler Wege. Das ist politisches Versagen in seiner tödlichsten Form“, sagte Galán.
Beide Abgeordnete gehören der linken Fraktion im Europaparlament an. Die Linke will kommende Woche eine Debatte über die Notwendigkeit verstärkter Rettungsmaßnahmen auf See beantragen.


