Rechtspolitikerin Fernández nächste Präsidentin von Costa Rica

Rechtspolitikerin Fernández nächste Präsidentin von Costa Rica
Die Menschen in Costa Rica haben Kontinuität gewählt. Dem rechtspopulistischen Präsidenten Rodrigo Chaves wird seine bisherige Kabinettschefin folgen. Laura Fernández erhielt rund 48 Prozent der Stimmen.
02.02.2026
epd
Von Natalia Matter und Philipp Gerber (epd)

San José, Mexiko-Stadt (epd). Die Konservative Laura Fernández wird neue Präsidentin von Costa Rica. Die frühere Kabinettschefin des scheidenden rechtspopulistischen Staatschefs Rodrigo Chaves erhielt nach Auszählung von 94 Prozent der abgegebenen Wahlzettel 48,3 Prozent der Stimmen, wie die Wahlbehörde laut lokalen Medien in der Nacht zum Montag (Ortszeit) mitteilte. Auf den zweiten Platz kam mit rund 33,4 Prozent der Sozialdemokrat Álvaro Ramos. Alle 18 weiteren Kandidaten für das höchste Amt des zentralamerikanischen Landes blieben bei der Wahl am Sonntag chancenlos.

Auch im Parlament erhält die Regierungspartei „Souveränes Volk“ mit 31 Abgeordneten die meisten Sitze. Die sozialdemokratische Partei „Nationale Befreiung“ kam nach Berichten der Zeitung „La Nación“ auf 17 der insgesamt 57 Sitze. Bei der Wahl, zu der 3,7 Millionen Menschen aufgerufen waren und die ohne größere Zwischenfälle verlief, zeichnete sich eine historisch hohe Beteiligung von knapp 70 Prozent ab. Die Endresultate werden für Dienstag erwartet. Da Fernández jedoch sicher über 40 Prozent der Stimmen erreicht hat, wird keine Stichwahl nötig sein.

Fernández verspricht Pressefreiheit

Das Volk habe sich für die Kontinuität des Wandels ausgesprochen, sagte die 39-jährige Politologin nach der Veröffentlichung erster Ergebnisse. Costa Rica werde tiefgreifende und unumkehrbare Veränderungen erfahren, darunter bei den politischen Spielregeln. Es sei nötig, Korruption, Demagogie und staatliche Ineffizienz zu beenden. Sie werde eine Regierung des Dialogs führen, erklärte sie und rief die Opposition auf, nicht weiter die nötigen Maßnahmen und damit das Land zu blockieren. Zudem versprach sie der Presse „echte Freiheit“, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Die Amtszeit ihres Vorgängers war von Konfrontationen mit den Medien geprägt.

Costa Rica galt lange als das stabilste Land, die „Schweiz Mittelamerikas“, in einer von Gewalt geprägten Region. Aber auch hier hat die Unsicherheit zuletzt stark zugenommen, mit einer Mordrate von 16,7 Tötungen pro 100.000 Einwohner 2025. Zentrale Themen des Wahlkampfes waren entsprechend Gewalt und Korruption.

Amtsübernahme am 8. Mai

Korruption war zuletzt auch in Bezug auf die Regierungspartei Thema. Die Zeitung „La Nación“ berichtete, der größte Geldgeber für die Kampagne von Laura Fernández habe für sein Unternehmen unter der aktuellen Regierung Aufträge im Wert von umgerechnet rund 7,5 Millionen Euro erhalten. Das Wahlgericht leitete eine Untersuchung ein.

Um die Unsicherheit durch bewaffnete Banden und das organisierte Verbrechen zu bekämpfen, schlug Fernández während des Wahlkampfes das Verhängen des Ausnahmezustands vor. Mehrere Nachbarländer befinden sich bereits seit Längerem im Ausnahmezustand, allen voran El Salvador, dessen Präsident Nayib Bukele der erste war, der Fernández zum Wahlsieg gratulierte. Auch Honduras und jüngst Guatemala mobilisieren das Militär zur Wiederherstellung der inneren Sicherheit, schränken aber auch zivile Rechte stark ein.

Fernández übernimmt die Amtsgeschäfte am 8. Mai. Sie wird die zweite Frau im höchsten Staatsamt in Costa Rica nach Laura Chinchilla (2010-2014)