Koblenz (epd). Mit Blick auf weibliche Genitalverstümmelung fordert die Frauenrechtsorganisation Solwodi die konsequente Anerkennung frauenspezifischer Fluchtgründe im Asylverfahren. „Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, wie hoch die Hürden für betroffene Frauen sind - im Asylverfahren, bei der medizinischen Versorgung und bei der Suche nach einem sicheren Ort“, erklärte die Vorsitzende Maria Decker am Montag in Koblenz. Nach einer im November im Auftrag des Bundesfamilienministeriums veröffentlichten Studie lebten schätzungsweise 123.000 Frauen und Mädchen in Deutschland, die von Genitalverstümmelung betroffen oder gefährdet sind, hieß es weiter.
„Betroffene Frauen und Mädchen benötigen sichere, traumasensible Unterkünfte sowie einen verlässlichen Zugang zu medizinischer und psychosozialer Versorgung“, erklärte der Verein zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar. Der Name Solwodi steht für „Solidarity with Women in Distress“ (Solidarität mit Frauen in Not). Die im Jahr 2023 gestorbene Ordensschwester Lea Ackermann gründete den Verein 1985 bei einem Aufenthalt in Kenia. Solwodi begann damit, Frauen beim Ausstieg aus der Zwangsprostitution zu unterstützen, und richtete später auch in Deutschland Beratungsstellen und Notunterkünfte für Frauen ein.


