San José, Mexiko-Stadt (epd). Laura Fernández von der Regierungspartei Souveränes Volk liegt im Rennen um die Präsidentschaft in Costa Rica vorn. Nach der Auszählung von 69 Prozent der Stimmen vereinte die Rechtspolitikerin Fernández knapp 50 Prozent auf sich, wie die Wahlbehörde am Sonntagabend meldete. Auf dem zweiten Platz befindet sich mit 32 Prozent Zustimmung der sozialdemokratische Kandidat Álvaro Ramos. Alle 18 weiteren Kandidaten für das höchste Amt des zentralamerikanischen Landes blieben bei der Wahl am Sonntag chancenlos.
Wenn Fernández die 40-Prozent-Hürde überspringt, wird es keine Stichwahl geben. Bei der Wahl, zu der 3,7 Millionen Menschen aufgerufen waren und die ohne größere Zwischenfälle verlief, zeichnete sich eine historisch hohe Beteiligung von rund 70 Prozent ab. Die Endresultate werden für Dienstag erwartet.
Fernández schlägt Verhängen des Ausnahmezustands vor
Fernández, die unter dem abtretenden Präsidenten Rodrigo Chaves Kabinettschefin war, versprach im Wahlkampf Kontinuität in der rechtspopulistisch ausgelegten Regierungsarbeit. Zudem schlug die 39-Jährige die Verhängung des Ausnahmezustands vor, um die zunehmende Gewalt in Costa Rica und das organisierte Verbrechen zu bekämpfen. Der erste Präsident, der Fernández noch am Wahlabend zu ihrem Sieg gratulierte, war Nayib Bukele, der El Salvador seit bald vier Jahren unter einem Ausnahmezustand regiert.
Zentrale Themen des Wahlkampfs waren Gewalt und Korruption. In dem ehemals als „die Schweiz Zentralamerikas“ bezeichneten Land wurden 2025 insgesamt 873 Morde registriert, eine Rate von 16,7 Morden pro 100.000 Einwohner.


