NRW-Landtag gibt Dokumente aus Auktion an Stiftung Auschwitz-Birkenau

NRW-Landtag gibt Dokumente aus Auktion an Stiftung Auschwitz-Birkenau
Briefe von Opfern und Tätern der NS-Zeit sollten versteigert werden. Das stieß bei jüdischen Verbänden und Gedenkstätten auf Kritik. Nun gehen die Dokumente an die Stiftung Auschwitz-Birkenau.

Düsseldorf, Neuss (epd). Der Präsident des Landtags von Nordrhein-Westfalen, André Kuper (CDU), hat Dokumente aus der NS-Zeit, die ursprünglich auf einer Auktion versteigert werden sollten, an die Stiftung Auschwitz-Birkenau in Warschau übergeben. Wie der Düsseldorfer Landtag am Samstag mitteilte, handelte es sich dabei stellvertretend um 428 Dokumente, darunter Lagerpostkarten, Täterbriefe und Lagergeld.

Die Dokumente sollten ursprünglich aufgrund ihres philatelistischen Wertes Anfang November 2025 in der Auktion „Das System des Terrors 1933-1945 Vol.II“ versteigert werden, wie der Landtag erläuterte. Das Neusser Auktionshaus hatte nach Protesten, unter anderem des Fritz Bauer Instituts und mehrerer Gedenkstätten, die Auktion seinerzeit abgesetzt. Seitdem wurde nach einem Weg gesucht, die historisch wertvollen Zeugnisse mit Zustimmung der Verkäufer und Einlieferer an die Gedenkstätte Auschwitz zu übergeben.

Erinnerung in Archiven „wahrt Würde der Opfer“

Landtagspräsident Kuper sagte, er sei dankbar, dass unter Vermittlung des Landes NRW der Dokumentenbestand an die Archive der betreffenden Gedenkstätten übergeben werden konnte. „Die Erinnerung in Archiven und Museen wahrt die Würde der Opfer und dient der weiteren Forschung und Aufklärung über die menschenverachtenden nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungsprozesse.“

Für den Ankauf der Dokumente sind den Angaben nach keine öffentlichen Gelder verwendet, sondern Spender gefunden worden. Der Ankauf der Dokumente wurde treuhänderisch über eine gemeinnützige Stiftung der Bank für Kirche und Diakonie in Dortmund (KD-Bank-Stiftung) möglich.

Der Generaldirektor der Stiftung Auschwitz-Birkenau, Wojciech Soczewica, betonte die Bedeutung der Dokumente für die Arbeit in der Gedenkstätte Auschwitz. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Rekonstruktion des Schicksals der Opfer von Auschwitz und helfen uns, die Opferperspektive im Mittelpunkt unserer Arbeit zu behalten.“