Stuttgart (epd). Viele Delegierte des katholischen Reformdialogs Synodaler Weg sind unzufrieden mit der bisherigen Bilanz bei der Umsetzung der Beschlüsse. „Es brennt die Hütte, wir haben die Zeit nicht mehr“, sagte der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes am Freitag während der letzten Synodalversammlung des Synodalen Weges, die bis Samstag in seiner Stadt tagt. Er sei enttäuscht, wie schwerlich die Beschlüsse aus der Synodalversammlung umgesetzt werden.
Zentraler Tagesordnungspunkt am Freitag war der Bericht über die Umsetzung der Beschlüsse des katholischen Reformforums. Zwischen 2020 und 2023 hatten Bischöfe und Laien insgesamt 15 Texte verabschiedet, darunter neun konkrete Handlungstexte, etwa für Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare, die Beteiligung von Gläubigen an Bischofswahlen oder die Möglichkeit in Messfeiern zu predigen auch für Frauen.
Kein Bistum setzt alle Beschlüsse um
Die Delegierte Birgit Mock sagte in der Präsentation des Umsetzungsberichts, keines der 27 Bistümer habe bislang alle Beschlüsse vollständig umgesetzt. 23 von 27 Bistümern hatten sich auf eine entsprechende Umfrage zurückgemeldet. Gar nicht geantwortet haben die Bistümer Köln, Regensburg, Passau und Eichstätt. Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer nehmen auch nicht an der Synodalversammlung teil. Sie gehören zu den lautstarken Gegnern des Formats.
Der Würzburger Bischof Franz Jung sprach bei der Präsentation des Berichts von einer „Momentaufnahme“. Die Befragung hatte im vergangenen Jahr stattgefunden. Der Bericht zeigt, dass beispielsweise in 13 Diözesen Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt werden sollen, eine Diözese verwies auf eine bereits bestehende Praxis für solche Segensfeiern.
Eine Leerstelle ist die fehlende Teilerlaubnis, dass auch nicht-geweihte Personen, wie Frauen, in katholischen Eucharistiefeiern predigen dürfen. Eine solche Norm müsste in Rom eingeholt werden. Auch eine Musterordnung für die Beteiligung von Laien bei Bischofsernennungen fehlt noch.


