UN: Millionen Flüchtlinge kehren in Heimatregionen im Sudan zurück

UN: Millionen Flüchtlinge kehren in Heimatregionen im Sudan zurück
Seit fast drei Jahren tobt im Sudan ein Krieg. Millionen Menschen sind vor der Gewalt geflüchtet. Nun kehren viele von ihnen in ihre Heimatregionen zurück.

Genf, Port Sudan (epd). Mehr als drei Millionen geflüchtete Menschen sind laut den UN in ihre Heimatregionen im kriegsgeplagten Sudan zurückgekehrt. In den betreffenden Regionen seien Häuser, Straßen und Infrastruktur schwer beschädigt oder zerstört und es mangele an staatlicher Unterstützung, warnte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Donnerstag in Genf.

Die UN-Organisation betonte, die Rückkehrerinnen und Rückkehrer bräuchten würdige Lebensbedingungen, Zugang zu Dienstleistungen und Schutz. Viele von ihnen kämen mit keinerlei Besitz zurück. Die höchste Zahl an Rückkehrern wurde laut der IOM im Bundesstaat Khartum verzeichnet. Dorthin kehrten mehr als 1,3 Millionen Menschen zurück. Die Menschen betrachteten ihre Heimatregionen als relativ sicher.

In einigen Regionen eskaliert die Gewalt weiter

83 Prozent der Rückkehrer waren laut IOM innerhalb des Sudans auf der Flucht. Die restlichen 17 Prozent seien heimkehrende Flüchtlinge, die sich vorübergehend in Ägypten, Südsudan, Libyen sowie in bestimmten Golfstaaten aufgehalten hätten. Die IOM betonte, dass in anderen Regionen Sudans, wie Darfur und Kordofan, die Gewalt weiter eskaliert. Dort sei eine Zunahme der Vertreibungen zu verzeichnen.

Der Krieg im Sudan begann im April 2023 aus einem eskalierten Machtkampf zwischen der Armee und der paramilitärischen Miliz RSF und hat eine der weltweit gravierendsten Vertreibungs- und Hungerkrisen ausgelöst. Etwa zwölf Millionen Menschen waren zwischenzeitlich auf der Flucht, 21 Millionen Menschen - knapp die Hälfte der Bevölkerung - leiden laut den Vereinten Nationen unter akutem Hunger. Die Rivalen kämpfen um die Macht und Rohstoffe; sie werden von ausländischen Mächten unterstützt. UN-Ermittler werfen beiden Parteien das Kriegsverbrechen vor.