Berlin (epd). Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat davor gewarnt, gegenüber antisemitischen Taten und Worten gleichgültig zu werden. „Für Jüdinnen und Juden ist es auch in unserem Land gefährlicher geworden“, sagte sie am Mittwoch beim Holocaust-Gedenken im Bundestag. „Sie werden angegriffen, weil sie Juden sind.“ Doch die öffentliche Empörung nach solchen Taten halte sich in Grenzen, konstatierte Klöckner.
Deutsche dürften dem Antisemitismus „nie gleichgültig gegenüberstehen“, mahnte die Bundestagspräsidentin. Wenn Häuser oder Geschäfte von Jüdinnen und Juden gekennzeichnet und jüdische Menschen „ausgeschlossen, angegangen und angegriffen“ würden, dürfe man nicht „mit den Schultern zucken“. Die Deutschen trügen eine besondere Verantwortung, dem Judenhass entgegenzutreten. Das gelte in Schule und Universität ebenso wie am Arbeitsplatz, im Internet, im Verein oder im Freundeskreis.
Erinnerung an Auschwitz-Befreiung 1945
Die Ausgrenzung jüdischen Lebens widerspreche „dem Wesen unseres Landes“, fügte Klöckner hinzu. Dies müsse eine „historische Selbstverständlichkeit“ sein.
Die Veranstaltung am Mittwoch war das erste Holocaust-Gedenken im Bundestag seit Klöckners Wahl zur Parlamentspräsidentin. Die Gedenkstunde findet immer in zeitlicher Nähe zum internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar statt, dem Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz 1945.


