Nürnberg (epd). Viele Arbeitsagenturen gehen als Folge der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns von 12,82 auf 13,90 Euro von negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung aus. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die am Dienstag in Nürnberg veröffentlicht wurde.
Entsprechend ging der Anteil der Agenturen, die mit positiven Beschäftigungseffekten durch die Mindestlohnerhöhung seit Januar rechnen, auf nur noch drei Prozent zurück, hieß es. 86 Prozent der Agenturen erwarten keine Beschäftigungseffekte in ihrem Bezirk. Die Studie beruht auf der monatlichen Befragung der 150 regionalen Arbeitsagenturen durch die Bundesagentur für Arbeit.
Geringere Beschäftigungseffekte als bei letzter Erhöhung erwartet
Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung herrscht bei den Arbeitsvermittlern noch mehr Skepsis: 16 Prozent der Agenturen gehen hier von negativen Auswirkungen aus. Insgesamt erwartet der überwiegende Anteil der Agenturen - 78 Prozent - aber keine Beschäftigungseffekte.
„Der Arbeitsmarkt ist nach über drei Jahren konjunktureller Flaute geschwächt. Zudem ist die Arbeitskräfteknappheit nicht mehr so ausgeprägt wie noch 2022“, erläuterte Forschungsbereichsleiter Enzo Weber: „Die Rahmenbedingungen für die Beschäftigungseffekte sind daher schlechter als bei der letzten großen Erhöhung.“


