UN warnen vor Gewalt gegen Zivilisten im Südsudan

UN warnen vor Gewalt gegen Zivilisten im Südsudan
Im Südsudan droht die Gewalt weiter zu eskalieren. UN-Menschenrechtsexperten äußern sich besorgt.

Nairobi, Juba (epd). Angesichts der politischen Krise im Südsudan warnen Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen vor massiver Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Öffentliche Äußerungen von Kommandeuren sowie Personen mit Befehlsgewalt, die zu Gewalt gegen Zivilisten aufrufen, stellten eine „gefährliche Eskalation“ dar, hieß es in einer am Montag in der Hauptstadt Juba veröffentlichten Mitteilung. Darin äußerte sich die Kommission ebenfalls besorgt über die Truppenmobilisierung im Bundesstaat Jonglei.

Die südsudanesische Armee hatte Zivilisten sowie Hilfsorganisationen dazu aufgerufen, die von Truppen des wegen Hochverrats angeklagten Vizepräsidenten Riek Machar kontrollierten Gebiete in Jonglei innerhalb von 48 Stunden zu verlassen. Eine großangelegte Militäroperation solle in Kürze beginnen, berichtete Radio Tamazuj. Demnach hatte General Johnson Olony am Samstag dazu aufgerufen, „niemanden zu verschonen“, auch nicht die Älteren. Die Äußerungen seien beim Besuch seiner Truppen in Jonglei gefallen, berichtete der Sender. Olony führt die Agwelek-Miliz an, die nach dem Bürgerkrieg in die Armee integriert wurde.

Vizepräsident unter Hausarrest

Die Vorsitzende der UN-Kommission, Yasmin Sooka, sagte, Aufrufe, Menschen zu töten, die nicht an Gefechten teilnehmen, seien „äußerst gefährlich“. Bei vergangenen Gräueltaten im Südsudan habe es im Vorhinein solche Äußerungen gegeben.

Der Südsudan ist das jüngste Land Afrikas. Nachdem es 2011 vom Sudan unabhängig wurde, begann ein Bürgerkrieg, der 2018 mit einem Abkommen zwischen den Konfliktparteien endete. Mit dem Kompromiss wurde eine gemeinsame Regierung von Präsident Salva Kiir und Vizepräsident Machar gebildet, die sich zuvor in dem Konflikt gegenübergestanden hatten. Das Abkommen wurde wiederholt gebrochen. Seit März 2025 steht Machar unter Hausarrest, im September wurde er wegen Hochverrats angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, Angriffe auf eine Militärbasis koordiniert zu haben.