Genf (epd). Nach der Erschießung eines Zivilisten in Minneapolis hat sich der Weltkirchenrat bestürzt über die Gewalteskalation im Zusammenhang mit Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE geäußert. „Der Weltkirchenrat ist zutiefst alarmiert über die eskalierende Gewalt in Gebieten, in die US-Bundesbehörden zur Einwanderungs- und Zollkontrolle (ICE) sowie Grenzschutzagenten entsandt wurden, insbesondere derzeit in Minneapolis“, heißt es in einer am Sonntagabend verbreiteten Erklärung.
Generalsekretär Jerry Pillay forderte eine unabhängige Untersuchung der tödlichen Vorfälle und drängte auf Rechenschaftspflicht für mögliche Verbrechen. Zugleich betonte der internationale Kirchenbund seine Anteilnahme mit den Familien der Opfer und sein Eintreten für die Achtung der Menschenwürde.
In Minneapolis hatten Bundesbeamte der US-Einwanderungsbehörden innerhalb weniger Wochen bei zwei Einsätzen tödliche Schüsse auf Zivilpersonen abgegeben, was landesweit Empörung auslöste. Am 7. Januar war die 37-jährige Renée Good von einem ICE-Agenten erschossen worden. Am Samstag wurde der 37-jährige Intensivpfleger Alex Pretti während eines ICE-Einsatzes von einem Grenzschutz-Beamten getötet. In beiden Fällen sprach das US-Heimatschutzministerium zunächst von „Notwehr“, doch Augenzeugen- und Videoaufnahmen stellen diese Darstellung infrage.


