Farbanschlag auf Chef des Bremer Verfassungsschutzes

Farbanschlag auf Chef des Bremer Verfassungsschutzes
Auf das private Wohnhaus des Leiters des Bremer Verfassungsschutzes haben Unbekannte Farbkugeln geworfen. In einem Bekennerschreiben fordern sie die Abschaffung der Behörde und drohen den Verantwortlichen des Amtes.
25.01.2026
epd
Von Jörg Nielsen (epd)

Bremen (epd). Nach dem Farbanschlag auf das Wohnhaus des Leiters des Bremer Verfassungsschutzes ist ein Bekennerschreiben auf einer linksextremistischen Internetplattform veröffentlicht worden. Der Text beschreibe den nächtlichen Angriff und erläutere die Motivation zur Tat, teilte die Polizei am Sonntag mit. Der Staatsschutz prüfe derzeit die Echtheit des Schreibens und ermittle weiter.

Die Verfasser des Schreibens lehnen nach Polizeiangaben den Verfassungsschutz grundsätzlich ab und fordern seine Abschaffung. Außerdem werde darin den Verantwortlichen der Behörde gedroht.

Auto von unbeteiligten Nachbarn beschädigt

Unbekannte hatten in der Nacht auf Samstag mit Farbe gefüllte Christbaumkugeln gegen die Hauswand des Behördenchefs geworfen. Zudem hatten sie laut der Polizei die Scheiben eines in der Nähe abgestellten Autos einer benachbarten Familie eingeschlagen und die Reifen zerstochen.

Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) verurteilte die Tat scharf als „absolute Grenzüberschreitung“. Die Attacke steht ihr zufolge wahrscheinlich mit der vermeintlichen Enttarnung einer V-Person in der linksextremistischen Szene in Zusammenhang. „Der Angriff zeigt überdeutlich, dass gewalttätige Extremisten völlig zu Recht in Bremen intensiv beobachtet werden und im Fokus der Sicherheitsbehörden stehen“, sagte die Senatorin.