"March for Life": Abtreibungsgegner versammeln sich in Washington

"March for Life": Abtreibungsgegner versammeln sich in Washington
In Washington fordern Tausende Menschen eine Verschärfung des Abtreibungsrechts.

Washington (epd). Tausende Abtreibungsgegner haben sich am Freitag in der US-Hauptstadt Washington versammelt. Der „March for Life“ (deutsch: „Marsch für das Leben“) gilt als die bedeutendste Kundgebung zum Thema Lebensschutz in den Vereinigen Staaten. US-Präsident Donald Trump betonte in einer schriftlichen Erklärung, er werde „immer eine Stimme der Stimmlosen“ sein und die „intrinsische Würde eines jeden Kindes schützen, geboren und ungeboren“.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten Plakate mit Botschaften wie „Wähle Leben“ und „Deine Mutter hat sich für Leben entschieden“. Papst Leo XIV. ermutigte die Versammelten laut „Vatican News“ in einer Botschaft dazu, weiterhin danach zu streben, dass das Leben in all seinen Phasen respektiert werde.

Urteil des Obersten Gerichts

Der „March for Life“ findet rund um den Jahrestag des „Roe v. Wade“-Abtreibungsurteils des Obersten US-Gerichtes vom 22. Januar 1973 statt. Schwangerschaftsabbruch sei durch das Recht auf die Privatsphäre gedeckt, hieß es darin. 2022 wurde dieses Urteil mit Hilfe der von Trump ernannten Richter aufgehoben. Laut einer Aufstellung der Zeitung „New York Times“ haben 13 der 50 US-Bundesstaaten Abtreibung verboten, darunter Texas, Mississippi und Alabama. Vier erlauben Schwangerschaftsabbruch nur bis zur sechsten Woche, zwei bis zur zwölften.

Vor der Kundgebung kritisierten die Veranstalter des „March for Life“, dass in den USA noch keine „Kultur des Lebens“ geschaffen worden sei. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr liege noch immer deutlich über 900.000. Laut der „Gesellschaft für Familienplanung“, die für ein liberales Abtreibungsrecht eintritt, ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche seit dem Urteil von 2022 leicht gestiegen. Im ersten Halbjahr 2025 seien 592.000 Abtreibungen vorgenommen worden. Die Zunahme gehe auf die Erweiterung telemedizinischer Beratung und den Versand von Abtreibungspillen per Post zurück.