Hamburg (epd). Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Milka Alpenmilch Schokolade zur „Mogelpackung des Jahres 2025“ gewählt: Zwei Drittel der über 34.700 abgegebenen Stimmen (66,7 Prozent) entfielen auf die Schokoladentafel des Konzerns Mondelez. Noch nie in der zwölfjährigen Geschichte der Wahl erreichte ein Produkt einen derart hohen Stimmenanteil, wie die Verbraucherzentrale Hamburg am Mittwoch mitteilte. Auf Platz zwei folgt die Käse-Streusel Backmischung von Dr. Oetker (22,1 Prozent) und auf Platz drei das XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln (5,9 Prozent).
Laut Verbraucherzentrale ist die Schokoladentafel Alpenmilch der Marke Milka Anfang 2025 um zehn Gramm unmerklich dünner und gleichzeitig teurer geworden. Der Preis sei von 1,49 Euro auf 1,99 Euro gestiegen, das entspreche einer Preiserhöhung von über 48 Prozent. Auch andere Schokoladensorten von Milka seien betroffen. Mit dem Abstimmungsergebnis hätten sich Verbraucherinnen und Verbraucher „ihrem Ärger mit großer Deutlichkeit Luft gemacht“, erklärte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Rechtsstreit um Füllmengenangaben
Die Verbraucherzentrale Hamburg ruft jährlich zur Wahl der „Mogelpackung des Jahres“ auf. Mit dem Negativpreis sei der Fall Milka noch nicht beendet: Im April treffen Mondelez Deutschland und die Verbraucherzentrale Hamburg vor dem Landgericht Bremen aufeinander. Dort werde geklärt, ob bei der Füllmengenreduzierung auch im juristischen Sinne eine Täuschung vorliege, hieß es.
Um versteckte Preiserhöhungen einzudämmen, sieht die Verbraucherzentrale Hamburg politischen Handlungsbedarf: „Die Politik ist gefordert, endlich für echte Preiswahrheit im Supermarkt zu sorgen“, forderte Valet. Deutschland hinke beim Verbraucherschutz hinterher, so seien etwa Händler in Österreich und Frankreich verpflichtet, entsprechende Hinweise am Regal zu platzieren. In Brasilien müssten Unternehmen sogar direkt auf der Verpackung über verringerte Inhalte informieren.


