Dresden (epd). Rechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen haben im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Es seien 245 Taten verzeichnet worden, 90 mehr als im Vorjahr, teilte die Landtagsfraktion der Grünen am Dienstag in Dresden mit. Dies stelle einen neuen Höchststand dar. Die Zahlen gehen auf die Antwort einer Anfrage der Fraktion an die Staatsregierung zurück.
In 74 Fällen wurden demnach Hakenkreuze etwa aufgemalt, angebracht oder eingeritzt. 44 Mal wurde der sogenannte „Hitlergruß“ gezeigt. Es kam auch zu Gewaltanwendung mit rassistischem Hintergrund, einer Tötungsandrohung sowie zur Bedrohung einer Lehrkraft. In einem Fall hatte ein Schüler einen Schlagring mit Hakenkreuz im Unterricht dabei.
„Klima der Angst und Intoleranz“
Als Konsequenz daraus forderte die bildungs- und jugendpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Christin Melcher, Schulen als Orte der demokratischen Bildung zu stärken. Unter anderem sollten niedrigschwellige Melde- und Anlaufstellen sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betroffene eingerichtet werden. „Wir müssen diesem Klima der Angst und Intoleranz entschlossen entgegentreten“, erklärte Melcher.


