Mindestens 19 Tote bei Waldbränden im Süden Chiles

Mindestens 19 Tote bei Waldbränden im Süden Chiles
Bei schweren Waldbränden in Chile sterben zahlreiche Menschen. Ihre Zahl könnte noch steigen, sagt Präsident Boric.

Berlin, Santiago de Chile (epd). Bei schweren Waldbränden im Süden Chiles sind bislang 19 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte Sicherheitsminister Luis Cordero am Sonntagabend (Ortszeit) mit, wie der Radiosender Cooperativa berichtete. Die Feuer hätten sich auf einer Fläche von rund 240 Quadratkilometern ausgebreitet. Mindestens 1.100 Häuser seien zerstört worden, sagte Cordero.

Besonders betroffen sind die Vorstädte der zweitgrößten Stadt des Landes, Concepción. Einzelne Ortsteile seien nahezu vollständig zerstört, berichtete der lokale Radiosender Bio Bio.

Internationale Hilfe

Die chilenische Regierung kündigte an, „alle zur Verfügung stehenden Mittel“ zum Bekämpfen der Brände einzusetzen. Präsident Gabriel Boric sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus, verhängte den Katastrophenzustand und ordnete nächtliche Ausgangssperren in den betroffenen Gebieten an. Das Außenministerium sei beauftragt worden, internationale Hilfe aus den Nachbarländern zu koordinieren. Boric sagte, die Zahl der Opfer und zerstörten Häuser könne in den kommenden Tagen weiter steigen.

In Chile kommt es im Sommer bei Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius häufig zu schweren Waldbränden. Nach Angaben der nationalen Forstbehörde Conaf sind oft Brandstiftung, das Verbrennen land- und forstwirtschaftlicher Abfälle sowie der unsachgemäße Umgang mit Zigaretten oder Lagerfeuern die Ursache. Umweltfachleute verweisen zudem auf die intensive Forstwirtschaft mit Eukalyptusbäumen und Kiefern, was die Ausbreitung der Feuer begünstige. Laut dem chilenischen Zentrum für Klimawissenschaft und Resilienz führen die Monokulturen zur Austrocknung der Böden, wobei sich die Bäume im Sommer sehr schnell entzünden.