Berlin (epd). In Berlin haben am Sonntag mehr als 20 zivilgesellschaftliche Organisationen in Solidarität mit den Menschen im Iran demonstriert. Nach Polizeiangaben kamen rund 2.000 Menschen zur Kundgebung, eine Organisatorin zählte bis an die 3.000 Teilnehmende. Im Anschluss führte der Demonstrationszug durch den Stadtteil Mitte. Die Versammlung sei friedlich und störungsfrei verlaufen, sagte eine Polizeisprecherin am späten Nachmittag.
Zur Demonstration hatten neben anderen Amnesty Deutschland und der Berliner Flüchtlingsrat aufgerufen. Die Teilnehmenden skandierten unter anderem den kurdischen Slogan „Jin, Jian, Azadi“ (Frau, Leben, Freiheit) und „Nieder mit dem Diktator“.
Nein zu Schah-Sohn Pahlavi
Eine Rednerin betonte, sie wollten weder das aktuelle Mullah-Regime noch den im Exil lebenden Schah-Sohn Reza Pahlavi, der bis zur Islamischen Revolution 1979 der designierte Kronprinz war. „Nein zu Pahlavi, der keinen Tag in seinem Leben arbeiten musste“, forderte die Rednerin. Pahlavi wolle lediglich Freiheit für die reiche Bevölkerung. „Wir vertrauen weder Pahlavi noch Donald Trump noch Netanjahu“, sagte sie. Befreiung komme „von unten, nicht von außen“.
Mehrere Rednerinnen und Redner setzten die Proteste im Iran in den Kontext eines internationalen Kampfes für Freiheit. So wurden auch Forderungen nach einer Freiheit der Palästinenser geäußert.
Menschenrechtsorganisationen fürchten mehrere Tausend Tote im Rahmen der seit Ende Dezember laufenden Proteste im Iran. Die Regierung reagierte mit massiver Gewalt, Festnahmen und einer mehrtägigen Abschaltung des Internets.


