Nabu: Deutschland soll Vorreiterrolle beim Hochseeschutz einnehmen

Nabu: Deutschland soll Vorreiterrolle beim Hochseeschutz einnehmen
Die Vereinten Nationen brachten 2023 ein Abkommen zum Schutz der Weltmeere auf den Weg, am Samstag ist es in Kraft getreten. Der Naturschutzbund Deutschlands dringt auf die rasche Umsetzung.

Köln, Berlin (epd). Der Naturschutzbund Deutschlands (Nabu) sieht das nun in Kraft getretene UN-Hochseeschutzabkommen als überfälligen, aber bedeutenden Schritt. „Wir haben zum ersten Mal eine rechtliche Grundlage für die Errichtung von Meeresschutzgebieten auf der hohen See“, sagte Thorsten Werner, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Nabu, am Samstag dem WDR-Radio in Köln.

Besonders wichtig sei dabei die Verpflichtung zur Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen. „Das heißt also, wenn größere Eingriffe in die Meeresumwelt passieren, dann muss vorher eine Umweltverträglichkeitsprüfung stattfinden.“ Das sei ein „ganz, ganz großer Wurf.“

Schnell Schutzgebiete ausweisen

Gleichzeitig betonte der Nabu-Experte, dass das erst der Anfang sei. Das Abkommen sei nur effektiv, wenn es weitere Staaten bald ratifizierten. Dazu gehöre, möglichst schnell Meeresschutzgebiete auf der Hohen See auszuweisen. „Ich denke, Deutschland kann und muss hier wahrscheinlich auch eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagte Werner. Wissenschaftliche Institute in Deutschland sollten Vorschläge ausarbeiten, welche Gebiete vorrangig schützenswert sind, forderte er. "

Die hohe See decke mehr als 40 Prozent der Erdoberfläche ab und beherberge eine große Artenvielfalt, sagte der Nabu-Experte weiter. Diese riesigen Gebiete seien für die „Gesundheit des Planeten“ von entscheidender Bedeutung, weil sie zum Beispiel das Klima regulierten. Zudem böten sie Fischereiregionen.

Das vor drei Jahren beschlossene UN-Abkommen ist am Samstag (17. Januar) in Kraft getreten. 145 Länder haben es bislang unterschrieben, 75 Staaten sowie die EU haben es ratifiziert.