Bündnis warnt vor Wasserausbeutung durch Agrarkonzerne

Bündnis warnt vor Wasserausbeutung durch Agrarkonzerne
Ein entwicklungspolitisches Bündnis betont das Menschenrecht auf Wasser. In einem Aufruf an die internationale Agrarministerkonferenz in Berlin heißt es: Wasser darf nicht zur Ware werden.

Berlin (epd). Ein Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen und landwirtschaftlichen Gruppen mahnt den Schutz von Wasser als Gemeingut an. Anlässlich der internationalen Agrarministerkonferenz in Berlin wurde eine entsprechende Protestnote an das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat übergeben, wie die Menschenrechtsorganisation Fian am Samstag mitteilte. Darin fordert das Bündnis, dass das Recht auf angemessene Nahrung und Wasser im Abschlusskommuniqué verankert wird und die Regierungen es politisch umsetzen.

So sollten unter anderem Subventionen an eine Landwirtschaft mit integriertem Wasserressourcenmanagement gekoppelt werden. „Schützen Sie gemeinschaftlich genutztes Weideland und Wasserzugang!“, heißt es in dem Aufruf von acht Organisationen. Dazu gehören unter anderem die kirchlichen Hilfswerke „Brot für die Welt“ und Misereor, das entwicklungspolitische Netzwerk „Inkota“ oder die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

„Wenn Wasser zur Ware wird, verlieren wir unsere Lebensgrundlagen“

Nach Angaben des Bündnisses verlieren bäuerliche Betriebe, Hirtenvölker und Fischer weltweit zunehmend den Zugang zu Wasser, während große Agrarunternehmen von intensiver Bewässerung und Privatisierung profitieren. „Ob in Brandenburg, Bayern oder im Globalen Süden: Wenn Wasser zur Ware wird, verlieren wir unsere Lebensgrundlagen“, warnte AbL-Sprecherin Lucia Birkmeir. „Ohne klare Regeln und gezielte Förderprogramme verlieren wir Böden, Höfe und am Ende unsere Ernährungssicherheit.“

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser sei ein Menschenrecht, betonte Malih Ole Kaunga von der Misereor-Partnerorganisation „Impact“ in Kenia. Wasser sei zudem die Grundlage für Frieden. „Wenn wir es als Gemeingut schützen, schaffen wir Kooperation und Ernährungssicherheit.“

Die Internationale Agrarministerkonferenz ist das zentrale Treffen des jährlichen „Global Forum for Food and Agriculture“, die sich mit Zukunftsfragen der Ernährungs- und Landwirtschaft beschäftigt. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums kamen Agrarministerinnen und -minister aus mehr als 60 Ländern nach Berlin.