Berlin (epd). Das Berliner Kammergericht hat einen Unterstützer des sogenannten Islamischen Staats (IS) zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt. Der Tschetschene Akhmad E. wurde vom Staatsschutzsenat unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Akhmad E. war zur Tatzeit 18 Jahre alt. (Az: 2 St6/25)
Der russische Staatsangehörige soll sich spätestens ab dem Jahr 2024 intensiv mit dem Islam auseinandergesetzt und im Internet radikalisiert haben. Spätestens im Februar 2025 soll er sich entschlossen haben, einen Anschlag in der Bundesrepublik zu verüben. Ein mögliches Ziel soll die israelische Botschaft in Berlin gewesen sein. Online habe er sich Anleitungen zur chemischen Herstellung von Sprengstoffen beschafft. Da er nicht an die Komponenten kam, habe er den Plan aufgegeben.
Bei Ausreiseversuch festgenommen
Zudem soll er mit Mitgliedern des IS gechattet und Propagandamaterial ins Russische und Tschetschenische übersetzt haben. Außerdem habe er seine Ausreise nach Afghanistan geplant, um dort für den IS zu kämpfen. Bei seiner versuchten Ausreise am 20. Februar vergangenen Jahres wurde E. am Berliner Flughafen festgenommen.
Aufgrund seines Alters zur Tatzeit und wegen Reifeverzögerungen wurde nach Angaben des Gerichts eine Jugendstrafe verhängt. Zugleich stellte der Vorsitzende Richter fest, dass es sich um „schwerwiegende Taten“ handelte, „die von einer hohen Empathielosigkeit sowie einer Verinnerlichung der Ziele des IS zeugten“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


