Berlin (epd). Rund 60 Organisationen aus Landwirtschaft und Zivilgesellschaft laden am Samstag in Berlin zur traditionellen „Wir haben Agrarindustrie satt!“-Demonstration anlässlich der Grünen Woche ein. Unter dem Motto „Haltung zeigen!“ soll nach Angaben der im Bündnis „Wir haben es satt!“ zusammengeschlossenen Veranstalter für eine „bäuerliche, umwelt- und tiergerechte“ Landwirtschaft demonstriert werden. „Wir leben in einem System, in dem die Agrarindustrie profitiert, während die bäuerliche und ökologische Landwirtschaft verliert“, heißt es in dem Aufruf.
Die Bundesregierung beschließe derzeit „einen agrarpolitischen Rückschritt nach dem anderen“. Der Umbau der Tierhaltung stocke und es gebe keine verpflichtende und umfassende Haltungskennzeichnung, obwohl sich die meisten Menschen für mehr Transparenz aussprechen würden. Auch heize die industrialisierte Tierhaltung die Klimakrise weiter an.
Faire Marktbedingungen für Bauern
Von dieser Politik würden „Agrochemiekonzerne und die exportfixierte Fleisch- und Milchindustrie“ profitieren, während Bäuerinnen und Bauern um ihre wirtschaftliche Existenz bangen. Jedes Jahr stellten rund 2.600 Höfe ihren Betrieb ein. Ähnlich dramatisch sei die Situation im Lebensmittelhandwerk, etwa für Bäckereien. Gleichzeitig kosteten Lebensmittel heute etwa 30 Prozent mehr als 2021. Es benötige faire Marktbedingungen für Bäuerinnen und Bauern, um kostendeckende Preise zu erzielen.
Nach Polizeiangaben haben die Veranstalter rund 9.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Der Protest startet um 12 Uhr am Platz des 18. März. Bereits am Vormittag soll eine Protestnote an das Landwirtschaftsministerium übergeben werden.


