Präsidentschaftswahl in Uganda

Präsidentschaftswahl in Uganda
Aus der Opposition kommen Betrugsvorwürfe, in manchen Wahllokalen verzögert sich die Stimmabgabe: In Uganda war die Bevölkerung zu Wahlen aufgerufen. Mit Überraschungen beim Ergebnis wird nicht gerechnet.
15.01.2026
epd
Von Birte Mensing (epd)

Nairobi, Kampala (epd). Im ostafrikanischen Uganda sind am Donnerstag Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten worden. Bereits am Wahltag wurden aus der Opposition Betrugsvorwürfe laut. Am Morgen kam es in einigen Wahllokalen in der Hauptstadt Kampala, aber auch in anderen Landesteilen, zu Verzögerungen, wie die Zeitung „Monitor“ berichtete. Unter anderem gab es demnach Probleme mit den Geräten zur Wähleridentifizierung. Ein Sieg des seit vier Jahrzehnten regierenden Präsidenten Yoweri Museveni gilt als sicher.

Rund 21 Millionen Menschen hatten sich für die Wahl registriert. Für das Amt an der Staatsspitze traten außer dem 81-jährigen Museveni, der das Land seit 1986 zunehmend autoritär regiert, sieben weitere Kandidaten an. Doch ihnen werden kaum Chancen ausgerechnet. Die Ergebnisse werden am Wochenende erwartet.

Einschüchterung und Repression

Musevenis stärkster Kontrahent ist Robert Kyagulanyi, bekannt unter seinem Musikernamen Bobi Wine. Auf der Internetplattform X erklärte Wine, dass an mehreren Orten Wahlfälschung beobachtet worden sei. Außerdem seien Mitglieder seiner Partei NUP festgenommen worden.

Bereits der Wahlkampf war von Einschüchterung und Repression überschattet. Viele Menschen im Land haben nach einer entsprechenden Anweisung der Kommunikationsbehörde seit Dienstagabend keinen Zugang mehr zum Internet. Das Militär patrouilliert auf den Straßen. Die Auftritte von Wine waren geprägt von Gewalt durch die Sicherheitskräfte.

Kritik von Menschenrechtlern

Menschenrechtsorganisationen hatten sich vor der Wahl besorgt geäußert. „Human Rights Watch“ forderte eine Wiederherstellung des Internetzugangs. Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hatte im Dezember die Unterdrückung der Opposition und von Medien beklagt.

Die ugandische Regierung rief die Bevölkerung auf, die Wahlbüros nach Abgabe ihrer Stimme schnell wieder zu verlassen. Zudem dürften weder Parteisymbole noch die Nationalfahne mitgeführt werden, berichtete die Zeitung „Monitor“. Die ugandische Flagge war in den vergangenen Wochen bei Wahlkampfveranstaltungen der Opposition besonders präsent.