Erfurt (epd). Infolge eines Dachstuhlbrands in der Silvesternacht ist ein ehemaliger Außenposten des klassischen Weimars in der heutigen Thüringer Landeshauptstadt Erfurt akut vom Einsturz bedroht. Derzeit kämpfen laut der Erfurter Stadtverwaltung vom Mittwoch Statiker um den Erhalt des Hauses. Ziel sei es, das historische Gebäude zu erhalten. Der Rückbau der irreparabel geschädigten Bauteile habe begonnen. Als Brandursache wird der unsachgemäße Umgang mit Silvesterfeuerwerk vermutet.
Wie der Direktor des Goethe und Schiller-Archivs, Christian Hain, dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte, bezogen gleich mehrere Geistesgrößen am Weimarer Herzogshof ihren Wein über Jahre hinweg von der damals am Domplatz 35 befindlichen Weinhandlung Gebrüder Ramann. Die Archivbestände umfassten mehr als 40 Angebotslisten, Quittungen, Briefe und Bestellungen allein von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832).
Weitere berühmte Kunden
Auch von Christoph Martin Wieland (1733-1813) und der Familie Schiller sind laut Hain Bestellungen und Lieferungen in den Archiven der Klassik Stiftung Weimar dokumentiert. Ebenso ließen sich nach Aktenlage der Universitätsbibliothek Jena die Professoren Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854) von Erfurt aus mit Wein beliefern.
Spezialist seit 1736
Das Weinhaus Ramann bestand am Erfurter Domplatz seit 1736 und entwickelte sich über Jahrzehnte zum festen Bestandteil des lokalen Handelslebens. Die Ramanns spezialisierten sich dabei auf hochwertige Weine. Das Geschäft am Domplatz im damaligen „Haus zum Bocke“ soll Goethe wenigstens einmal persönlich aufgesucht haben.


