Genf (epd). Seit Beginn der offiziellen Waffenruhe Anfang Oktober sind im Gaza-Streifen laut dem Hilfswerk Unicef mehr als 100 Kinder durch Gewalt getötet worden. Zwar hätten die Bombardierungen und Schießereien nachgelassen, doch sie hätten nicht aufgehört, erklärte Unicef-Sprecher James Elder am Dienstag in Genf.
Unicef habe Berichte über mindestens 60 getötete Jungen und 40 getötete Mädchen in dem Zeitraum registriert. Die Zahl von 100 umfasse lediglich Fälle, zu denen ausreichende Informationen vorlägen. Die tatsächliche Zahl der Opfer liege vermutlich höher. Hunderte weitere Kinder seien seit Beginn der Waffenruhe verletzt worden, viele bei Luftangriffen.
Im Gaza-Streifen seien weiterhin strenge Beschränkungen für die Lieferung zahlreicher lebenswichtiger Güter in Kraft, fügte Elder hinzu. Das betreffe etwa Kochgas, Treibstoff und Ersatzteile für Wasser- und Abwassersysteme. Im Gesundheitsbereich habe die Waffenruhe indes Fortschritte gebracht. Unicef und seine Partner hätten die medizinische Grundversorgung, einschließlich Impfungen, insbesondere im bislang stark unterversorgten Norden ausgeweitet.
Seit Anfang Oktober gilt eine Waffenruhe zwischen Israel und den Extremisten der Hamas. Den vorangegangenen Krieg hatte die Hamas im Oktober 2023 mit einem großangelegten Terrorüberfall auf Israel ausgelöst. Israel antwortete mit massiver militärischer Vergeltung im Gaza-Streifen. Zehntausende Zivilisten wurden getötet.


