Nairobi, Kampala (epd). In einem Klima der Repression sind die Menschen in Uganda am Donnerstag zu Präsidentschafts- und Parlamentswahl aufgerufen. 21 Millionen Stimmberechtigte sind für den Urnengang registriert. Zwar treten außer dem amtierenden 81-jährigen Yoweri Museveni sieben weitere Kandidaten an. Doch ihnen wird kaum eine Chance ausgerechnet. Die Opposition rief die Bevölkerung auf, trotz Einschüchterungen von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen.
Museveni regiert das ostafrikanische Land seit 1986 und will sich nun fünf weitere Jahre als Staatschef sichern. Er geht zunehmend autokratisch vor, auch weil sein Rückhalt in der Bevölkerung schwindet.
Der Wahlkampf war geprägt von staatlicher Repression gegen die Opposition und Kritik. Auf den Straßen zeigte das Militär Präsenz, Veranstaltungen von oppositionellen Kandidaten wurden gestört. Die Auftritte des prominentesten Oppositionskandidaten Robert Kyagulanyi, bekannt unter seinem Musikernamen Bobi Wine, waren geprägt von Gewalt durch die Sicherheitskräfte.
Kaum unabhängige Wahlbeobachter
Für den Wahltag hat die Museveni-Regierung laut der Denkfabrik International Crisis Group Tausende zusätzliche Sicherheitskräfte angeheuert. Nachdem Empfehlungen von Wahlbeobachtungsmissionen bei vergangenen von Betrugsvorwürfen überschatteten Abstimmungen wenig Gehör fanden, gibt es in diesem Jahr kaum unabhängige Wahlbeobachter.
Die Regierung rief die Bevölkerung am Montag auf, die Wahlbüros nach Abgabe ihrer Stimme schnell wieder zu verlassen. Zudem dürften weder Parteisymbole noch die Nationalfahne mitgeführt werden, berichtete die Zeitung "Monitor”. Die ugandische Flagge war in den vergangenen Wochen auf den großen Wahlkampfveranstaltungen der Opposition besonders präsent.


