Glatteis: Verband fordert Zählung von Fußgänger-Unfällen

Glatteis: Verband fordert Zählung von Fußgänger-Unfällen
Verunglücken Fußgänger bei Winterwetter ohne Fremdeinwirkung, verletzen sie sich laut dem Interessenverband FUSS oft schwer. In die Unfallstatistik gehen diese Alleinunfälle aber nicht ein. FUSS fordert eine Änderung des Unfallstatistik-Gesetzes.

Berlin (epd). Der Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS e.V.) hat die statistische Erfassung von Unfällen auf Gehwegen gefordert. Bislang wird, wie der Verband am Montag in Berlin mitteilte, amtlich nicht erfasst, wie viele Menschen in diesen Tagen auf glatten Gehwegen ausrutschen, sich verletzen oder sterben. Deshalb müsse das Unfallstatistik-Gesetz geändert werden.

„Als statistikwürdiger Verkehrsunfall gilt nur etwas, worin mindestens ein Fahrzeug verwickelt ist“, hieß es weiter. Alleinunfälle mit Auto, Fahrrad oder Motorrad würden erfasst, Alleinunfälle zu Fuß aber nicht. Der Verband geht mit Verweis unter anderem auf Meldungen aus Unfallkliniken von einer „extremen Dunkelziffer“ aus. Oft seien dabei die Verletzungen sehr schwer: „Menschen fallen auf den Hinterkopf oder brechen sich Knochen.“ Am schlimmsten seien Ältere betroffen.

Räumen und Streuen von Gehwegen in Kehrbezirken organisieren

Der Fußgänger-Verband begründete seine Forderung, dass auch Fußgänger-Unfälle gezählt und statistisch ausgewiesen werden sollten, nur so entstehe „der nötige Druck, um künftig auch Gehwege im Winter von Eis und Schnee zu befreien“. Zentrale Forderung des Verbandes: „Das Räumen und Streuen von Gehwegen sollte wie bei Schornsteinfegern in Kehrbezirken organisiert werden.“

Jeder Räumdienst sei dann für die Gehwege in einem festgelegten Gebiet zuständig: „So werden Personal und Räumkräfte viel effizienter eingesetzt. Schnee und Eis sind schneller weg; die Kosten dafür sind niedriger.“ Bei klarer Zuständigkeit wisse auch jeder sofort, wer verantwortlich ist. Der Verein setzt sich nach eigenen Angaben dafür ein, dass das Zu-Fuß-Gehen sicherer, gesünder, angenehmer und attraktiver wird.