Berlin (epd). Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) will die Strategie ihres Hauses neu ausrichten. Dazu soll auch eine stärkere Orientierung an deutschen Interessen gehören, wie aus einem am Montag in Berlin vorgestellten Strategiepapier Alabali Radovans hervorgeht. Zudem plant die Ministerin, sich bei der Mittelvergabe stärker auf bestimmte Regionen sowie die Themen Hunger- und Armutsbekämpfung zu fokussieren. Eine starke Entwicklungspolitik müsse sich „an neue Realitäten anpassen“, sagte die Ministerin.
In dem Papier wird das Ziel ausgegeben, die Entwicklungspolitik „strategischer, fokussierter und partnerschaftlicher“ auszurichten. Unter Partnerschaftlichkeit versteht Alabali Radovan, dem globalen Süden stärker auf Augenhöhe zu begegnen. Partnerschaftlicher zu handeln bedeute aber auch, „dass wir eigene Interessen klarer benennen“, heißt es in dem Papier. Eine „wertebasierte Ausrichtung“ solle mit einer „strategischen Orientierung an deutschen Interessen“ verbunden werden.
Hungerbekämpfung gehört zu Schwerpunkten
Ein größeres Gewicht sollen dem Papier zufolge die Themen Ernährung und Hunger erhalten, mit einer Konzentration der Zusammenarbeit in betroffenen afrikanischen Regionen. Einen regionalen Fokus soll es mit Blick auf die Sicherheits- und Friedenspolitik auf die europäische Nachbarschaft, den Nahen Osten, Nordafrika, die Sahelregion und das Horn von Afrika geben.
Die Neuausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik erfolgt vor dem Hintergrund der geopolitischen Veränderungen und sinkender Mittel für diesen Bereich. Auch bei der deutschen Entwicklungspolitik wurde in den vergangenen Jahren der Rotstift angesetzt. 2023 lag der Etat noch bei gut zwölf Milliarden Euro, in diesem Jahr stehen wie im Vorjahr noch rund zehn Milliarden Euro zur Verfügung.


