Mannheim, München (epd). Durch die Abwanderung von Pflegekräften ist die Sterblichkeit in deutschen Krankenhäusern an der Grenze zur Schweiz gestiegen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim und des ifo Instituts in München hervor. Der Pflegekräftemangel wirkte sich demnach vor allem auf ältere Patienten sowie Notfälle aus.
Die Studie stützt sich auf Daten aus den Jahren 2006 bis 2017. Demnach stieg in grenznahen Kliniken die Sterblichkeit - also das Verhältnis der Todesfälle zur Gesamtzahl der Patienten - um 4,4 Prozent. Die statistische Lebenserwartung in der Grenzregion sank um etwa 0,3 Lebensjahre.
Attraktive Pflege-Jobs in der Schweiz
Im Jahr 2011 begannen den Angaben zufolge viele in Grenznähe lebende deutsche Pflegekräfte, in der Schweiz zu arbeiten. Der starke Schweizer Franken, eine hohe Personalnachfrage in der Schweiz und stagnierende Tariflöhne in Deutschland hätten einen Stellenwechsel, insbesondere für examinierte Pflegefachkräfte, attraktiv gemacht. Im Vergleich zu ähnlichen Kreisen im Landesinneren verloren deutsche Krankenhäuser in der Grenzregion zur Schweiz innerhalb kurzer Zeit im Durchschnitt rund 12 Prozent ihres Pflegepersonals, wie es hieß.
Die Studie basiert auf Datensätzen der Statistischen Bundesämter Deutschlands und der Schweiz, darunter die Schweizer Grenzgänger-Statistik und die deutsche Krankenhausstatistik, sowie regionale Daten.


