Bericht: Organspende-Infos erreichen nicht alle Menschen gleich gut

Bericht: Organspende-Infos erreichen nicht alle Menschen gleich gut
Ob Plakat oder Internetseite: Wer sich in Deutschland über die Organspende informieren möchte, findet einer Untersuchung zufolge ein breites Angebot vor. Dieses wirke aber nicht bei allen Bevölkerungsgruppen gleich gut.

Berlin (epd). Informationen über Organspenden sind einer Auswertung zufolge breit verfügbar, erreichen aber nicht alle Menschen gleichermaßen. Unter anderem wüssten Menschen mit niedrigem Bildungsniveau weniger gut Bescheid, heißt es im Evaluationsbericht über die Informationsarbeit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Organ- und Gewebespende. In der Untersuchung, die am Montag auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums verfügbar war, werden mehrere Empfehlungen gegeben, um die Informationslage zu verbessern.

Der Bericht wertet die Aufklärungsarbeit der BZgA - inzwischen umbenannt in Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit - zum Thema Organ- und Gewebespenden in den Jahren 2014 bis 2024 aus. Erstellt wurde er im Auftrag der Bundesregierung von der Prognos AG zusammen mit dem Kommunikationsforscher Matthias Hastall von der Technischen Universität Dortmund. Es ist der erste Bericht dieser Art. Das Kabinett hatte ihn in der vergangenen Woche verabschiedet.

„Hohe potenzielle Reichweite“ der Informationen

Der Untersuchung zufolge nutzte die BZgA im fraglichen Zeitraum „eine Vielzahl von massenmedialen und dialogischen Kommunikationswegen“, etwa Plakate, Flyer und Online-Angebote, und kam so auf eine „hohe potenzielle Reichweite“. Befragungen lieferten allerdings Anhaltspunkte dafür, dass Personen mit niedrigem Bildungsniveau und ältere Menschen „in geringerem Umfang erreicht werden“ als andere Gruppen. Beim Wissen zum Thema Organspende habe sich wiederum gezeigt, dass jüngere Menschen unter 25 und weniger Gebildete schlechter informiert seien, heißt es in der Auswertung.

Die Autorinnen und Autoren empfehlen deshalb unter anderem, zu überlegen, mit welchen Kommunikationsstrategien diese Gruppen gezielt erreicht werden können. Stärker berücksichtigt werden sollten außerdem unterschiedliche Einstellungen in der Bevölkerung zum Tod und zur Organspende allgemein. Was die Kommunikationswege angeht, schlägt der Bericht eine stärkere Nutzung von sozialen Medien vor. Auch solle geprüft werden, inwiefern es möglich ist, einer verzerrten Darstellung des Themas Organspende durch KI-Angebote entgegenzuwirken.