Hannover (epd). Der Sozialflügel der CDU hat an die Bundesregierung appelliert, den Bürgern keine Angst vor den anstehenden Sozialreformen zu machen. „Aussagen wie, die Menschen müssten mehr arbeiten oder sich mehr anstrengen, ändern an der konkreten Lage nichts, verstören aber viele, die hart arbeiten“, sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Dennis Radtke, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Sonntag) mit Blick auf entsprechende Äußerungen auch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Die Bundesregierung müsse den Menschen Orientierung bieten und klarmachen, dass Veränderungen nötig seien, sagte Radtke. Nur so ließen sich Wohlstands- und Sozialniveau halten. „Die Tonalität, mit der wir die Themen angehen, wird ganz entscheidend sein.“
Vollzeitarbeit mangels Kinderbetreuung oder Pflege oft nicht möglich
Dass Deutschland weniger Jahresarbeitsstunden verzeichne als andere Länder, liegt Radtke zufolge an der hohen Teilzeitquote. Die Betreuung von Kindern sowie die Pflege von Angehörigen funktionierten an vielen Stellen nicht so, dass es für beide Partner möglich sei, Vollzeit zu arbeiten. „Die CDU muss diese Realitäten anerkennen und die Probleme anpacken, statt den Eindruck zu erwecken, die Leute hätten einfach keine Lust“, sagte Radtke.


