Mexiko-Stadt, Managua (epd). Die Regierung in Nicaragua hat am Samstag (Ortszeit) mindestens 20 politische Gefangene freigelassen. Dies teilte die Organisation „Mechanismus zur Anerkennung politischer Gefangener in Nicaragua“ nach Rücksprache mit deren Familien mit. Die Freigelassenen standen auf der vom Mechanismus geführten Liste von insgesamt 62 Personen, die aufgrund ihrer politischen Opposition in Haft sind. Die oppositionelle Nachrichtenplattform „Divergentes“ sprach von mindestens 30 Freigelassenen.
Die Freilassungen folgen auf Druck der USA. Die US-Botschaft in dem mittelamerikanischen Land hatte am Freitag kritisiert, in Nicaragua seien mehr als 60 Menschen „zu Unrecht inhaftiert“, darunter Pastoren, kirchliche Mitarbeitende, Kranke und ältere Menschen. Frieden sei nur mit Freiheit möglich, hieß es in dem Post auf X.
Verhaftungswelle seit Maduro-Entführung
Die Regierung in Nicaragua unter dem früheren sandinistischen Revolutionsführer Daniel Ortega und seiner Frau Rosario Murillo regiert seit einer Protestbewegung 2018 autoritär, verfolgt die Opposition und hat weitgehend Grundfreiheiten eingeschränkt. Die US-Regierung nennt Nicaragua in einem Atemzug mit dem kommunistischen Kuba und mit Venezuela, wo der sozialistische Präsident Nicolás Maduro vor einer Woche durch eine US-Militäroperation entführt und in den USA vor Gericht gestellt wurde.
Laut zivilgesellschaftlichen Initiativen erlebt Nicaragua seit dem US-Angriff in Venezuela eine Verhaftungswelle. Mindestens 60 Menschen seien willkürlich festgenommen worden, weil sie sich in Kommentaren in sozialen Netzwerken oder privaten Feiern über das Geschehen in Venezuela geäußert hätten. „Dies stellt eine schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte dar“, kritisierte die Nichtregierungsorganisation Monitoreo Azul y Blanco.


