Nach Stromausfall: Pflege-Verbund erwägt Veränderungen

Nach Stromausfall: Pflege-Verbund erwägt Veränderungen
Die Versorgung hilfsbedürftiger Menschen war in den Tagen des Stromausfalls in Berlin ein besonderes Problem. Jetzt wird über Konsequenzen nachgedacht.

Berlin (epd). Nach dem großflächigen Stromausfall im Südwesten Berlins wollen sich Träger von Pflegeeinrichtungen künftig besser auf derartige Notlagen einstellen. Der „Diakonie-Pflege Verbund Berlin“ plädierte für eine engere Kommunikation zwischen Verwaltung und besonders betroffenen Bereichen wie Pflegestationen. „Netzwerke sind ganz wichtig“, sagte die Sprecherin des Sozialunternehmens, Jenny Pieper-Kempf, am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Dies gelte etwa für die Bereitstellung von beheizten Schlafräumen und die Lieferung von warmem Essen. So könne vermieden werden, dass ältere und pflegebedürftige Personen in einer Turnhalle übernachten müssen. Besonders der Austausch mit Kirchengemeinden habe gut geklappt, sagte Pieper-Kempf.

Versorgung in den Wohnungen

Das gemeinnützige Unternehmen versorgt nach eigenen Angaben berlinweit mehr als 2.000 ambulante Kunden. Die zum Verbund gehörende Diakonie-Station Zehlendorf-West kümmerte sich den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen weiter um 30 Kundinnen und Kunden in deren Wohnungen. Weitere 60 pflegebedürftige Männer und Frauen seien von deren Familien zur Betreuung nach Hause geholt worden. Zwei Kunden seien in ein Krankenhaus verlegt worden, da sie etwa wegen einer elektrisch betriebenen Magensonde auf Strom angewiesen waren.

„Wir werden rekapitulieren, wie wir uns künftig darauf einstellen können“, sagte Pieper-Kempf. Für Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz seien in den vergangenen Tagen bereits mit Batterien betriebene Lampen sowie Stromgeneratoren angeschafft worden. Gerade für Lieferungen mit warmem Essen seien Partner wichtig.