Forschungsprojekt soll für Entlastung bei Demenzpflege sorgen

Forschungsprojekt soll für Entlastung bei Demenzpflege sorgen
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena leitet ein bundesweites Forschungsprojekt zur Stärkung psychischer Ressourcen und Selbstfürsorge von pflegenden Angehörigen.

Jena (epd). Ein neues Forschungsprojekt der Friedrich-Schiller-Universität Jena nimmt gezielt die psychische Belastung von pflegenden Angehörigen in den Blick. Das Vorhaben werde vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss mit rund drei Millionen Euro gefördert und erprobe ein präventives psychotherapeutisches Unterstützungsangebot, teilte die Hochschule am Montag mit.

Hierfür sollen den Angaben zufolge in den kommenden vier Jahren rund 350 besonders belastete pflegende Angehörige an einer Studie teilnehmen. Sie erhalten bis zu zwölf psychotherapeutische Gespräche, die telefonisch oder per Videotelefonie stattfinden. Unter anderem sollen dabei krankheitsbedingte Veränderungen, der Umgang mit Schuldgefühlen und Sorgen sowie Strategien zur Selbstfürsorge thematisiert werden.

1,8 Millionen Deutsche dement

Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Demenz. Die Pflege der Patienten erfolgt meist über Jahre hinweg im häuslichen Umfeld. Angehörige übernehmen dabei nicht nur praktische Aufgaben, sondern tragen auch eine hohe emotionale Verantwortung.

Projektleiterin Gabriele Wilz vom Institut für Psychologie der Uni Jena sagte, die Pflege von dementen Angehörigen könne zu depressiven Symptomen oder Angststörungen führen. Ziel des Forschungsprojekts sei, Belastungen zu reduzieren und das Wohlbefinden der Angehörigen zu stärken.

Neben der Uni Jena sind mehrere Forschungseinrichtungen sowie Krankenkassen und Alzheimer-Gesellschaften in das Projekt eingebunden. Langfristig soll das Angebot in die Regelversorgung integriert werden, um pflegende Angehörige frühzeitig zu entlasten.