Venezuela: Rodríguez will mit den USA kooperieren

Venezuela: Rodríguez will mit den USA kooperieren
Zunächst hatte es nach dem Sturz Nicolás Maduros so ausgesehen, als werde die venezolanische Interimspräsidentin Rodríguez gegen den US-Präsidenten Trump Widerstand leisten. Nun signalisiert sie Kooperationsbereitschaft.

Frankfurt a.M., Caracas (epd). Die venezolanische Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat den USA Kooperationsbereitschaft signalisiert. In einer am Sonntagabend (Ortszeit) verbreiteten Erklärung der bisherigen Vizepräsidentin heißt es: „Wir laden die US-Regierung ein, mit uns an einer Agenda der Zusammenarbeit zu arbeiten.“ Diese solle auf eine gemeinsame Entwicklung im Rahmen des Völkerrechts ausgerichtet sein, um ein dauerhaftes Zusammenleben zu stärken.

Rodríguez war am Wochenende zum amtierenden Staatsoberhaupt ernannt worden, nachdem Präsident Nicolás Maduro durch das US-Militär gestürzt und in die Vereinigten Staaten gebracht worden war, wo er vor Gericht gestellt werden soll. Zunächst hatte sie Widerstand angekündigt, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, nach dem Militärschlag auf unbestimmte Zeit die Kontrolle in Venezuela übernehmen zu wollen.

Rodríguez betont Gleichheit und Nichteinmischung

Nun erklärte die amtierende Präsidentin: „Wir legen Wert auf ausgewogene und respektvolle internationale Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela sowie zwischen Venezuela und anderen Ländern der Region, die auf souveräner Gleichheit und Nichteinmischung beruhen.“ Präsident Trump und die Region verdienten Frieden und keinen Krieg.

Der Militärschlag und der Sturz Maduros werden vor allem von Ländern in der Region als Verstoß gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen kritisiert. Die 33 Staaten umfassende Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) einigte sich am Sonntagnachmittag jedoch nicht auf eine gemeinsame Erklärung zu dem US-Angriff. Wenige Stunden vor Beginn einer Videokonferenz hatten indes Brasilien, Mexiko, Chile, Kolumbien, Uruguay und Spanien zusammen deutliche Kritik an den USA geäußert und erklärt: „Der Versuch, Regierungskontrolle auszuüben, ist nicht mit internationalem Recht zu vereinbaren.“