Limbach: Femizid muss als Mordmerkmal behandelt werden

Limbach: Femizid muss als Mordmerkmal behandelt werden
Der nordrhein-westfälische Justizminister Limbach unterstützt Überlegungen, tödliche Gewalt gegen Frauen so hart wie möglich zu bestrafen.

Düsseldorf (epd). Der nordrhein-westfälische Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) begrüßt Überlegungen, einen Femizid - also die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts - als neues Mordmerkmal einzuführen. „Wenn eine Frau sich trennen oder eine Tochter ihren Freund frei wählen will, und ein Mann meint, dass es ihm zusteht, ihr Leben eher zu beenden, als das zuzulassen: Daraus spricht eine solche Niedertracht, solch eine Schwere an Kriminalität, dass das gleichwertig ist mit anderen Mordmerkmalen wie Heimtücke oder Habgier“, sagte Limbach der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstag).

Deshalb finde er es auch gerechtfertigt, solche Taten „mit der höchsten Strafe zu belegen, die wir vorsehen. Es gibt diese Überlegung auf Bundes- und Länderebene, und ich unterstütze sie“, sagte er der Zeitung. Bei Femiziden machten sich die Täter „zum Herren über Leben und Tod und die Frau zum Objekt“.