Berlin (epd). Mehr als eine Million Menschen fordern ein Verbot privater Feuerwerke. Die Deutsche Umwelthilfe und das von ihr initiierte Bündnis #böllerciao übergaben am Montag in Berlin eine entsprechende Forderung an das Bundesinnenministerium. Zuvor waren demnach 1.035.809 Unterschriften für ein bundesweites Böllerverbot gesammelt worden. Das Bündnis #böllerciao umfasst den Angaben zufolge 66 Organisationen aus Umwelt-, Gesundheits-, Tier- und Verbraucherschutz.
Die Umwelthilfe forderte eine Änderung der Sprengstoffverordnung durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) für ein bundesweites Verkaufs- und Anwendungsverbot von privater Pyrotechnik an Silvester. Laut den Initiatoren der Unterschriftensammlung gab es zum Jahreswechsel 2025/26 mindestens sieben Todesopfer in Deutschland. Hinzu kämen zahlreiche Schwerverletzte, Brände, attackierte Einsatzkräfte und extrem gesundheitsschädliche Feinstaub-Spitzen.
Keine Entgegennahme durch den Minister
Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch kritisierte, dass das Innenministerium den offenen Brief nicht auf Minister- oder Staatssekretärsebene habe entgegennehmen wollen. „Was muss noch an Silvester passieren, damit der Bundesinnenminister handelt“, fragte Resch. Das zentrale Argument, ein bundesweites Böllerverbot wäre nicht verhältnismäßig, stehe im Widerspruch zur Faktenlage.
Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk sprach sich erneut gegen Einschränkungen des privaten Silvesterfeuerwerks aus. Feuerwerk bleibt ein beliebtes Kulturgut. Das Problem seien illegale Pyrotechnik, Missbrauch und Eigenlaborate, erklärte der Verein.

