Silvester-Feuerwerk: Spranger will Gesetzesänderung

Silvester-Feuerwerk: Spranger will Gesetzesänderung
Nach Toten, Verletzten und Angriffen auf Rettungskräfte in der Silvesternacht wird der Ruf nach Gesetzesänderungen lauter.

Berlin (epd). Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat sich nach der Silvesternacht für eine Reform des Sprengstoffrechts und mehr Länderkompetenzen zur Beschränkung von Feuerwerken ausgesprochen. Sie werde sich für eine Länderöffnungsklausel im Sprengstoffrecht einsetzen, erklärte Spranger am Donnerstag in Berlin. Es gehe darum, eigenständig entscheiden zu können, wo Feuerwerksverbote erlassen und Pyroerlaubniszonen genehmigt werden. Spranger forderte den Bund auf, den Weg dafür freizumachen.

Nach einer vorläufigen Silvester-Bilanz verzeichnete die Polizei in Berlin zum Jahreswechsel mehr als 420 Festnahmen (Vorjahr: 400). Verletzt wurden 30 Polizistinnen und Polizisten (Vorjahr: 30) und im alltäglichen Dienst weitere fünf (Vorjahr: sieben). Die Berliner Feuerwehr war zwischen 19 Uhr und 6 Uhr 1.830 Mal im Einsatz (Vorjahr: 1.892).

Schwerste Böllerverletzungen

Berliner Krankenhäuser mussten zahlreiche Personen, darunter mindestens acht Kinder, mit teilweise schwersten Böllerverletzungen unter anderem an Händen und Augen sowie mit Verbrennungen behandeln. Der Senat hatte mehrere „Pyroverbotszonen“ ausgewiesen. Die Polizei hatte bis zuletzt illegale Pyrotechnik, darunter gefährliche Sprengstoffe wie Kugelbomben und Raketen, beschlagnahmt.

Laut Senatsinnenverwaltung waren rund 3.200 Polizistinnen und Polizisten zum Jahreswechsel im „Silvester-Einsatz“, darunter Unterstützungskräfte des Bundes und anderer Länder. Die Berliner Feuerwehr war mit rund 1.600 Rettungs- und Einsatzkräften im Dienst, darunter mehr als 500 ehrenamtliche Männer und Frauen.