Hannover (epd). Die Zahl der medizinischen Gewebespenden in Deutschland ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Das am meisten gespendete Gewebe war im vergangenen Jahr mit großem Abstand erneut die Augenhornhaut, wie die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) am Donnerstag in Hannover mitteilte. Dieses Gewebe wurde 4.070 Menschen nach ihrem Tod entnommen, um es anderen Menschen einsetzen zu können. Hinzu kamen Herzklappen oder Blutgefäße sowie Knochen, Sehnen oder Bänder. Dennoch bestehe weiterhin ein Mangel an Geweben, vor allem bei den Herzklappen.
„Insgesamt blicken wir voller Dankbarkeit auf ein sehr spendenstarkes Jahr 2025“, sagte DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel. Immer mehr Kliniken integrierten die Gewebespende in ihr Selbstverständnis. So konnten die Transplanteure den Angaben zufolge insgesamt 9.640 Patientinnen und Patienten mit einem Gewebetransplantat aus dem Netzwerk der DGFG versorgen - eine Steigerung um 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekordwert.
Zustimmungsquote leicht gesunken
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 4.188 Gewebespenden ausgeführt - ein Anstieg um 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als 3.697 Verstorbenen Gewebe entnommen wurde. Mehr als 88 Prozent der Spenden wurden wie im Vorjahr bei Herz-Kreislauf-Verstorbenen verwirklicht. Es gab mehr als 12.000 Aufklärungsgespräche mit An- oder Zugehörigen, diese stimmten in 4.585 Fällen einer Entnahme von Gewebe zu. Die Zustimmungsquote lag bei 37,9 Prozent und sank damit leicht um 0,2 Prozent. Dennoch gingen mehr als 60.000 Spendermeldungen aus 320 Einrichtungen ein - ebenfalls ein neuer Rekord.

