Limburg (epd). Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat zum Weihnachtsfest für Solidarität mit den Schwachen und Generationengerechtigkeit plädiert. „Wohin führt denn am Ende der neue egoistische Nationalismus mit seiner Parole des ‚Wir zuerst‘?“, fragte er in seiner Predigt am Donnerstag im Limburger Dom. Er sehe die um sich greifenden Tendenzen der Abschottung kritisch. Er erschrecke davor, sagte er.
Bätzing warnte davor, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt allein national oder kurzfristig sichern zu wollen. Ein freies und selbstbestimmtes Leben lasse sich nicht bewahren, „wenn wir nicht zugleich für das Lebensrecht der besonders Verletzlichen in jeder Hinsicht eintreten“, sagte der Limburger Bischof. Der Sozialstaat lebe davon, „dass die Generationen füreinander einstehen und die Gesunden für die Kranken, die Starken für die Schwachen“.
Herausforderung des Klimawandels konsequent begegnen
Zugleich mahnte der Limburger Bischof zu mehr Konsequenz im Umgang mit dem Klimawandel. Man „versündige sich an den Lebenschancen künftiger Generationen“, wenn man nicht jetzt den Herausforderungen des Klimawandels mit großer Konsequenz und persönlicher Veränderungsbereitschaft begegne. Weihnachten erinnere daran, dass jeder Mensch Teil eines größeren Ganzen sei und Verantwortung trage.
Die Geburt Jesu bezeichnete Bätzing als weltverändernden Wendepunkt. „Das ist doch das Große des heutigen Tages: Wir sind davon überzeugt, Jesus hat alles zum Guten gewendet“, sagte er. Mit der Menschwerdung Gottes sei eine neue Dynamik in die Welt gekommen - ein wehrloses Kind als Alternative zu Macht und Gewalt. „Jesus ist der neue Mensch, mit dem sich jeder Mensch verbinden kann, um sich auf das Abenteuer der Menschenfreundlichkeit einzulassen“, betonte der Bischof.


