Verbraucherzentrale: Teure Schoko-Marken sind oft nicht "fair"

Verbraucherzentrale: Teure Schoko-Marken sind oft nicht "fair"
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat bei Schokoladenherstellern große Unterschiede in Bezug auf Fair-Trade-Kriterien und Transparenz festgestellt.

Hamburg (epd). Bei einem Marktcheck mit Vollmilchschokolade hat die Verbraucherzentrale Hamburg große Unterschiede in Bezug auf Fair-Trade-Kriterien und Transparenz festgestellt. Dabei haben teure Markenprodukte nicht automatisch besser abgeschnitten, wie die Verbraucherzentrale am Mittwoch mitteilte. Oftmals würden günstige Eigenmarken sogar höhere soziale Standards einhalten. Wer Wert auf faire Produktionsbedingungen beim Kakaoanbau und eine tierwohlorientierte Milchwirtschaft legt, sollte Vollmilchschokoladen mit Bio- und Fairtrade-Siegel kaufen, hieß es.

„Große Markennamen sind selten eine verlässliche Orientierung für fair produzierte Lebensmittel. Unabhängige Siegel oder kleinere Anbieter mit ambitionierten Fair-Trade-Zielen bieten deutlich mehr Sicherheit“, sagte Jana Fischer von der Verbraucherzentrale Hamburg. Markenhersteller wie Lindt und Milka würden zwar oft eigene Anbauprogramme betreiben, doch deren Anforderungen an faire Arbeitsbedingungen würden immer wieder als unzureichend kritisiert.

Kinderarbeit vermeiden

„Verbraucherinnen und Verbraucher wollen keine Kinderarbeit unterstützen. Die Schokoladenhersteller müssen deshalb sicherstellen, dass ihre Lieferketten insgesamt fair gestaltet sind“, forderte Fischer. Ausreichende Löhne, die die Lebenshaltungskosten decken, würden nur die Marken Rapunzel, Tony’s Chocolonely, Die Gute Schokolade und Dennree garantieren, hieß es.

Die mit einem Kilopreis von 36,90 Euro teuerste Schokolade im Marktcheck, ein Produkt von Lindt, weise trotz des hohen Verkaufspreises Defizite bei Umwelt- und Fair-Trade-Kriterien auf. Die preisgünstigen Eigenmarken Ja!, Fin Carré, Choceur, K-Classic und Chocóla kosteten im Erhebungszeitraum im Sommer nur 9,90 Euro pro Kilogramm und würden durchweg ein Fairtrade-Siegel für den Kakaoanteil tragen.