Frankfurt a.M. (epd). Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat die Einladung eines Deutschen Evangelischen Kirchentags Anfang der 2030er Jahre nach Frankfurt am Main beschlossen. Dafür stellt die Kirche zehn Millionen Euro als Festzuschuss bereit. Darüber hinaus wäre laut der Vorlage ein Zuschuss der öffentlichen Hand in ähnlicher Höhe nötig. Zusagen von Bund, Land und Stadt lägen noch nicht vor. Hinsichtlich der Stadt Frankfurt könne die Kirche von einem Zuschuss ausgehen, sagte Kirchenpräsidentin Christiane Tietz am Samstag in Frankfurt.
Die Kirchenleitung schlage die Einladung vor, weil der Kirchentag eine hohe gesellschaftliche und kirchliche Strahlkraft habe, begründete Tietz. Wo Sprachlosigkeit und Skandalisierung in der Gesellschaft zunähmen, seien Dialogräume und Debatten notwendig. Auch für die EKHN könne der Kirchentag ein „Energiebooster“ sein. „Kirchentage lassen spüren, dass Christsein einen Unterschied macht.“ An der Vorbereitung sollten sich alle Regionen der Landeskirche beteiligen. Der Kirchentag in Frankfurt könne nach ganz Deutschland ausstrahlen.
Debatte über Veranstaltungsort
Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Christian Heß, sprach sich für den Vorschlag aus, gab aber zu bedenken, dass immer weniger Landeskirchen die Kosten für einen Kirchentag tragen könnten. Er plädierte dafür, ein „solidarisches System“ in der Evangelischen Kirche in Deutschland zu entwickeln, um die Kosten auf viele Schultern zu verteilen.
Der Synodale Alexander Gemeinhardt plädierte dafür, eine politische Vielfalt zuzulassen und auch konservative Positionen. Er stellte den Antrag, statt einer Festlegung auf den Austragungsort Frankfurt auch eine Regionalisierung mit Wiesbaden und Mainz zu prüfen. Nach einer rund zweistündigen Debatte lehnte die Synode diesen Antrag ab und stimmte bei drei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen für den Vorschlag der Kirchenleitung.




